Folklore

Frauen beim Folkloretanz in TrachtenDer typische nicaraguanische Baile Folklórico (Folkloretanz) wird bei kulturellen Abendveranstaltungen und anderen Gelegenheiten aufgeführt. Er wird durch den Klang der Marimba charakterisiert und in Paaren oder Frauenformationen getanzt. Die Stücke tragen häufig Tiernamen wie "El Sapo" (die Kröte), "El Zopilote" (der Geier), "El Garañón" (der Esel) oder "La Culebrita" (die kleine Schlange). Andere tragen Namen wie "María Estela" oder "El solar de Monimbó" (Der Hof in Monimbó). Der typische Nationaltanz Nicaraguas stammt aus Masaya und heißt "Las Inditas".
 

Unter den Tänzen der nördlichen Atlantikküste und der Karibik ragt der Palo de Mayo heraus, der sich durch seine rastlosen Bewegungen, seine Anmut und die Begeisterung der Tänzerinnen und Tänzer auszeichnet. Er ist afrikanisch-nicaraguanischen Ursprungs und kam mit den entflohenen Sklaven der englischen Kolonien ins Land. Traditionell wird dieser Tanz vornehmlich im Mai getanzt, der Zeit der Aussaat. Es handelt sich also eigentlich um einen Fruchtbarkeitsritus, was auch heute noch in den freizügigen Bewegungen der Tänzerinnen und Tänzer seinen Ausdruck findet.

In Nicaragua gibt es nur drei Gegenden, in denen typische Trachten getragen werden: Masaya, Boaco und Matagalpa. In Masaya besteht die typische Tracht der Frau aus drei "Huipils" (Blusen), gestärktem Rock und Umhang (einem roten Schal). Der Mann trägt ein weißes Hemd und eine blaue Hose. Vervollständigt wird die Kleidung durch einen großen Hut.