Essen und Trinken in Nicaragua

Eine alte Frau beim MaismahlenDie meisten Gerichte in ganz Nicaragua basieren traditionell auf Mais. Das landestypische Gericht ist der "Gallo Pinto" (der Bunte Hahn) aus Reis und Bohnen. Ein besserer "plato típico" besteht aus Reis, roten Bohnen, ein wenig Rindfleisch, Ei oder einer Kochbanane, und vielleicht etwas Salat. "Nacatamales" sind mit Reis und Fleisch gefüllte Päckchen aus Bananenblättern, die in Wasser gekocht werden. Auf jeden Fall gehört die obligate Mais-Tortilla zu einem nicaraguanischen Essen. Auch viele Getränke werden aus Mais gemacht, inklusive des nicht ungefährlichen "cususa", einem auf den Dörfern selbstgebrannten Maisschnaps. Sehr beliebt ist auch die "chicha", ein aus Mais fermentiertes, Bier ähnliches Getränk.

Die "Nicas" nennen sich selbst gern "Pinoleros". Dieser Name stammt von dem süßen Getränk "Pinolillo", für das gerösteter Mais, geröstete Kakaobohnen, Zimt, Gewürznelken u. a. Zutaten gemahlen und mit Wasser oder Milch verrührt werden. Wird kein Kakao verwendet, heißt das Getränk "Pinol", "Tiste", wenn der Kakaoanteil besonders hoch ist.

Aus den zahlreichen einheimischen Früchten werden sehr gute Erfrischungsgetränke hergestellt.

Einheimisches Wildfleisch, Leguan oder Gürteltier gehören zu den für Europäer exotischen Geschmackserfahrungen. Auch Geflügel, Schwein und Schaf werden gern gegessen.

Fischgericht in einem Restaurant am PazifikAn den Ufern des großen Nicaraguasees und auf seinen Inseln wird sehr viel Fisch gegessen, ebenso an beiden Küsten Nicaraguas, wo zusätzlich Hummer und Langusten auf dem Speiseplan stehen. Auch die Zubereitung von Weißkäsen ist weit verbreitet, einige Orte wie Santo Tomás sind dafür berühmt. Darüber hinaus sind Honig, Marmeladen und zahlreiche Süßspeisen sehr beliebt.

Leckereien gibt es in "comedores" und "cantinas"Die Märkte der größeren Orte zeigen ein überwältigendes Angebot an Obst und Gemüse (wenn auch oft zu Preisen, die es den vielen Nicaraguaner_innen nicht erlauben, täglich davon zu kaufen). Auch an den Landstraßen bieten Bauern häufig ihre Produkte an.

Überall gibt es an den Straßen der Städte Garküchen, wo man sehr preiswert Gerichte erhalten kann, die zumeist auf einem Stück Bananenblatt serviert und mit den Fingern gegessen werden. In kleineren Kneipen ("cantinas") werden zumeist einheimische Speisen angeboten, es gibt in den größeren Städten aber auch Restaurants mit internationaler, meist mexikanischer Küche.

Im Bereich der Getränke findet man heute in entsprechenden Geschäften und in der Gastronomie alles aus der Heimat Gewohnte. Coca Cola oder Pepsi erhält man überall. "Rojita" ist ein sehr süßes Erfrischungsgetränk. "Victória" und "Toño" sind die einheimischen Pils-Biermarken. Da in Nicaragua viel Zuckerrohr angebaut wird, existiert auch eine Rumproduktion. Die berühmteste Marke ist "Flor de Caña", die es in mehreren, durch unterschiedlich lange Lagerung und Behandlung verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt. Allerdings ist kritisch anzumerken, dass in der Zuckerproduktion auch gerade der "Grupo Pellas", die "Flor de Caña" herstellt, sehr schlechte Arbeitsbedingungen herrschen. Viele der hier Arbeitenden und in der Nähe der Felder Lebenden erkranken durch den hohen Einsatz an Pestiziden.