Die Bildungssituation in San Rafael del Sur

Auch die Schulen in San Rafael del Sur waren in der neoliberalen Zeit von den beschriebenen sozialen Kürzungen betroffen. Durch die vielfältigen Maßnahmen des Vereins konnten jedoch zahlreiche Mängel und Einschränkungen zumindest abgemildert werden. Insbesondere der bauliche Zustand der Schulen und ihre Ausstattungen, also die äußeren Rahmenbedingungen eines Schulbesuchs, konnten durch den Städtepartnerschaftsverein deutlich verbessert werden.

Pflanzen für den Schulgarten zu entladen, macht Spaß!

In fast allen Gemeinden mit eigener Schule wurden und werden Reparaturmaßnahmen durchgeführt und die hygienischen Bedingungen verbessert (Trinkwasserversorgung und Bau von Latrinen). Bei Neubauten wird auf einen behindertengerechten Zugang geachtet. Diese neuen, aber auch andere Schulen erhalten didaktisches Material und Mobiliar.

An allen Schulen, die die dafür notwendigen Voraussetzungen aufweisen, wurden durch Vereinsprojekte Schulgärten angelegt, die von den Schüler_innen, engagierten Eltern und den Lehrer_innen gepflegt werden. Die Ernten dienen der Ergänzung der Schulspeisung.

Nicht alle Dorfschulen führen in der primaria (Grundschule) bis zur sechsten Klasse und nicht alle secundarias (weiterführende Schulen) bis zur Universitätsreife. Der Weg zu den Schulen ist für viele Kinder und Jugendliche aus den Dörfern, insbesondere zu den weiterführenden Schulen, häufig weit und mühsam. Viele Eltern können auch nicht immer das gegebenenfalls notwendige Fahrgeld für den Bus aufbringen.

Hinweistafel auf das Projekt in Villa El CarmenDer prozentuale Anteil an Kindern im Municipio San Rafael del Sur, die keine Schule besuchen, entspricht dem Landesdurchschnitt. In Nicaragua, so eine Studie aus dem Jahr 2012, müssen 300.000 Kinder im schulpflichtigen Alter arbeiten (insbesondere im ländlichen Raum), statt eine Schule besuchen zu dürfen. Das Unterrichtsniveau ist vergleichsweise niedrig.

Auch im Nachbarmunicipo Villa El Carmen hat der Verein auf Anfrage in einem Projekt des Jahres 2008 Schulen repariert, erweitert, neu gebaut und mit Schulgärten, didaktischen Material und Mobiliar ausgestattet.

Lehrer_innen werden in Nicaragua traditionell nicht besonders gut bezahlt. Besonders hart trifft es Vorschullehrer_innen, die die Kinder ab 3 Jahren unterrichten. Deshalb zahlt der Verein seit vielen Jahren Gehaltszuschüsse für derzeit 13 Lehrer_innen, die sonst gezwungen wären, sich eine andere Einkommensquelle zu suchen.