1999 - 2001 Neubau eines Gesundheitszentrums in Masachapa

Das für 13.000 Menschen zuständige Gesundheitszentrum auf dem Gelände der damals noch nach dem Revolutionär Julio Buitrago benannten Zuckerfabrik, heute "Ingenio Azucarero Montelimar", musste geschlossen werden:

Die ohnehin zu kleinen Räume für Behandlungen, stationäre Aufnahme und Verwaltung waren in einem sehr schlechten Zustand. Es gab keine Möglichkeiten für Anbauten. Die Stromversorgung brach häufig zusammen. Die Versorgung mit fließendem Wasser funktionierte nicht mehr. Es gab keine überdachten, vor Sonne oder Regen schützenden Wartebereiche für die PatientInnen. Die Belastungen durch die Zuckerfabrik (LKW-Verkehr, Ruß- und Rauchentwicklung durch das Abbrennen der Felder) waren für MitarbeiterInnen und PatientInnen sehr groß
Der neue Besitzer nach der Reprivatisierung, die "Agroindustrial SA", konnte nicht für Unfälle oder andere Schädigungen von PatientInnen auf dem Gelände der Fabrik haften

Dacharbeiten am Gesundheitszentrum MasachapaDa auch auf dem Gelände des Gesundheitszentrums in San Rafael del Sur keine Möglichkeiten für eine Erweiterung bestanden, war ein Neubau notwendig, der 1999 / 2000 in Masachapa errichtet wurde, weil dort der gleiche Einzugsbereich gegeben ist wie zuvor bei der Zuckerfabrik. Das Gelände dafür war eine Schenkung der Zuckerfabrik. Sämtliche 60 bisherigen Mitarbeiter wurden in das neue Zentrum, das wieder den Namen "Julio Buitrago" trägt, übernommen.

Der Neubau kann folgende, gegenüber dem alten Zentrum sehr viel bessere Bedingungen für MitarbeiterInnen und PatientInnen bieten:
  • Grundfläche von 900 m2 mit 765 m2 umbauten Raum
  • Erhöhung der Bettenzahl von 13 auf 22, aufgeteilt auf mehr Räume, Einrichtung einer Isolierstation
  • Größerer Konsultationsbereich mit Empfang, Wartesaal, 7 Untersuchungsräumen für Allgemeinmedizin, Gynäkologie, Pädiatrie, Dentologie, vektoriell übertragene Krankheiten, Tuberkulose, AIDS und andere übertragbare Geschlechtskrankheiten sowie einem Impfraum
  • Größere Notaufnahme
  • Modernisierung der medizinischen Ausstattung
  • Notstromanlage auf der Basis von Photovoltaik
  • Optimale hygienische Bedingungen durch Anschluss an das öffentliche Wasserversorgungsnetz zuzüglich eines Hochbehälters und einer Abwasseraufbereitungsanlage mit septischem Tank, aerobem Filter und einer Mehrkammer-Sickergrube
  • Verwaltungstrakt mit Versammlungs- und Schulungsräumen

Die Gesamtkosten von rund 600.000 DM wurden von Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Berliner Senats und vom Bezirksamt Kreuzberg getragen. Der Eigenanteil des Vereins von rund 150.000 DM musste aus Spenden aufgebracht werden. Die medizinische Ausstattung sowie die Betriebskosten übernahm das nicaraguanische Gesundheitsministerium.

 


Projektname
1999 - 2001 Neubau eines Gesundheitszentrums in Masachapa

Laufzeit
1999 - 2001

Projektkosten
600.000 DM

Finanzierung
Fördermittel: 450.000 DM (LEZ + Bezirk Kreuzberg)
Spendenbedarf: 150.000 DM