• Aufforstung und Ökologische Projekte
 

Aufforstung am Río Jesús

ZieleVerwendete Pflanzen

 
  Los Rizo - Straßenschild:
"Wiederaufforstung am Rio Jesus
'ein Akt der Liebe'
Aufwachen im Bewußtsein zur Rettung der Natur und der nächsten Generationen"
   
In Nicaragua werden 95 % des privaten und immerhin auch ein Viertel des industriellen Brennstoffbedarfs mit Holz gedeckt. Auch Brandrodung ist noch immer verbreitet. Köhler verdienen sich ihren Lebensunterhalt mit der Herstellung und dem Verkauf von Holzkohle. Im Gebiet von San Rafael del Sur arbeitet eine Kalkbrennerei, die ihren sehr hohen Energiebedarf ebenfalls mit Holz befriedigt.

Wie in ganz Nicaragua werden daher auch in San Rafael del Sur die Wälder immer weiter zurückgedrängt – mit den entsprechenden Auswirkungen auf den Wasserhaushalt und die Erosion von Böden, die überwiegend vulkanischen Ursprungs und sehr porös sind. Außerdem wurden die Böden vielfach durch den früheren Anbau von Baumwolle stark ausgelaugt, was sie noch anfälliger für Erosion macht.

Seit 1997 wurden in einem Pilotprojekt auf landwirtschaftlich nicht genutzten Flächen im Einzugsbereich des Río Jesús (ca. 40 Hektar) zahlreiche Baumschulen angelegt und bis Mitte 1998 mehr als 150.000 Setzlinge ausgebracht (u.a. Nutzpflanzen und Obstbäume). In diesem Projekt arbeiten neben den notwendigen Fachleuten mehrheitlich Frauen, die für 26 Córdobas (etwa 2 US-$) pro Tag die Pflanzen betreuen und ausbringen, aber auch ganze Schulklassen (Öko-Brigaden), die sich zu freiwilligen Einsetzen von 60 Arbeitsstunden pro SchülerIn verpflichtet hatten. Mitte 1998 nahm auch eine IJGD-Brigade an diesen Arbeiten teil.
   
 
  SchülerInnen-Brigade bei der Aufforstung am Rio Jesus,
Oktober 1999

Von 2001 bis Mitte2003 wurde die Aufforstung im Rahmen des Projektes PRODISA als eigene ökologische Komponente fortgesetzt.


Ziele der Aufforstung

  • Sensibilisierung und Aktivierung von Menschen, Betrieben und Institutionen für Fragen des Umweltschutzes
  • Schulung der mitarbeitenden Menschen in Bezug auf Pflanzenzucht und –pflege
  • Beratung und Ausbildung in Fragen der Waldpflege, Waldnutzung und dem Aufbau von Obstbaumanlagen
  • Initiierung einkommensverbessernder Maßnahmen
  • Herstellung von Kontakten zu anderen (Frauen-)Gruppen in Nicaragua, die sich mit Umweltfragen befassen
  • Verbesserung des Wohnumfeldes (Begrünung der Dörfer mit Nutz- und Obstbäumen)
  • Instandsetzung und Pflege von Wegen im Aufforstungsgebiet
  • Verminderung von Erosion
  • Verbesserung des Grundwasserhaushaltes
  • Erhalt des natürlichen Tierbestandes
  • Verbesserung des Mikroklimas


Bei der Aufforstung u.a. verwendete Pflanzenarten:

Acetuno


Simarouba glauca; Baum mit olivenartigen Früchten

Aguacate


Persea americana; Avocadobaum

Caoba


Swietenia humilis; Hartholzbaum

Cedro


Cedrela odorata; Zeder

Ceiba


Ceiba pentandra; Kapok – oder Wollbaum

Guanacaste


Enterolobium cyclocarpum; Ohrbaum
(aus dem Nahuatl: quanitl = Baum + nacaztli = Ohr)

Guapinol


Hymenaea curbaril; sehr dicker Baum

Laurel


Cordia alliodora; Lorbeerbaum

Madroño


Calycophyllum candidissimum; Nationalbaum Nicaraguas

Mamon


Melicocca bijuga; Seifennußbaum

Mango


Mangifera indica; Mangobaum

Roble


Tabebuia rosea; amerikanische Eiche