SANASUR II - Erweiterung eines geregelten Abfallmanagements in San Rafael del Sur

Theorie und Praxis für eine saubere Umwelt

Am 30. April 2013 endete das Projekt "Umweltsanierung durch die Einführung eines geregelten Abfallmanagements in San Rafael del Sur", nach seiner spanischen Übersetzung kurz SANASUR genannt (s. Projektarchiv).

Grundsätzlich wurden die Projektziele, nämlich eine funktionierende Abfallentsorgung und ein höheres Bewusstsein der Menschen für das Müllproblem, erreicht. Allerdings war uns auch klar, dass es angebracht und notwendig ist, eine zweite, vertiefende Erweiterungsphase beim BMZ zu beantragen. Dabei sollte nicht nur das bestehende Projekt nochmals 24 Monate weitergeführt werden, sondern es sollten dabei auch neue Maßnahmen eingeführt werden. Das BMZ sah das genauso und bewilligte unseren neuen Antrag "Erweiterung eines geregelten Abfallmanagement in San Rafael del Sur", kurz SANASUR II.

Das Ziel besteht in der Erweiterung der regelmäßigen Abfallentsorgung von sechs städtischen Gemeinden des Landkreises. Der erforderliche Fuhrpark wird dafür um zwei Müllfahrzeuge und mehrere Anhänger ergänzt werden. Denn die Menge des nunmehr von den Haushalten in den sechs städtischen Gemeinden regelmäßig bereitgestellten Haushaltsmülls ist so umfangreich, dass es mit dem einen vorhandenen Fahrzeug nicht gelingt, alle angesprochenen Gemeinden wie geplant ausreichend regelmäßig anzufahren, so dass der Abfall manchmal einige Tage vor der Haustür lagert.

Zusätzlich werden auf der lokalen Deponie bauliche Strukturen für eine saubere Mülltrennung geschaffen: Die Deponie wird mit einer Anlage zur Trennung von recycelbarem Material und einer Kompostieranlage ausgestattet und vor Kontaminierung des Bodens durch Restmüll geschützt. Somit können hohe Anteile des angelieferten Abfalls wiederverwertet und eine saubere Endlagerung von Restabfällen garantiert werden.

Eine weitere Komponente des Projekts besteht in der Sanierung der Abwassersysteme in Masachapa. Bislang besteht - außer in Teilen der Kreisstadt San Rafael del Sur -  im municipio kein kanalisiertes Abwassersystem. In den dörflichen Gemeinden versickert das Abwasser gewöhnlich auf dem Grundstück, in städtisch geprägten Gemeinden wird es häufig auf die Straße geleitet. Durch das Projekt sollen mindestens 100 Haushalte und Kleinbetriebe im Küstenort Masachapa mit angepassten kleinen Abwassersystemen ausgestattet werden, um einen zusätzlichen Beitrag zur Gestaltung einer der Gesundheit förderlichen sauberen Umwelt zu leisten.  

Um noch mehr Impulse für die Bevölkerung zu geben werden die in SANASUR I begonnenen Maßnahmen zur Umweltbildung fortgeführt. So wurde bereits der Internationale Tag der Umwelt, der 5. Juni eines jeden Jahres, genutzt, das Bewusstsein der Bevölkerung für die Zusammenhänge zwischen sauberer Umwelt, geregelter Abfallversorgung und -vermeidung und Gesundheit weiter zu schärfen. Auf dem Aktionstag wurde durch Informationsstände der Kommunalverwaltung, des Gesundheitszentrums, und des Umweltclubs der Jugendlichen, sowie Film und Theater zentrale Öffentlichkeitsarbeit zum Thema geleistet.

Auch die Ausbildung der 6 Ökobrigaden wird fortgesetzt: In Workshops werden die Brigaden zu Vermeidung umweltbedingter Krankheiten, Umwelt und Klimawandel, Reduzierung, Wiederverwendung und Recycling von Abfall geschult. Zusätzlich erarbeiten sie eigene Konzepte der kommunalen Partizipation zu Umweltfragen und Entwicklung eigener Kampagnen. So sollen beispielsweise öffentlichkeitswirksame Tauschaktionen vor dem lokalen Supermarkt und verschiedenen weiteren Geschäften durchgeführt werden: Vor und nach dem Einkauf sprechen Mitglieder der Ökobrigaden die Kunden auf die umwelt- und klimaschädlichen Aspekte einer massenhaften Verwendung von Plastiktüten an. Interessierten Kund_innen wird als Alternative und Denkanstoß ein bedruckter Stoffbeutel inklusive Informationsmaterial zur Vermeidung umweltschädlicher Verpackungsmaterialien angeboten. Wir sind auf die Reaktionen gespannt! Anstoß für diese Aktionsidee ist die vom ASA - Team durchgeführte Stofftaschenaktion in letztem Jahr, die großen Anklang fand und eine multiplikatorische Wirkung erzielte.

Um weitere Multiplikator_innen mit Vorbildfunktion zu gewinnen, sollen auch  privatwirtschaftliche Vertreter_innen von kleinen Geschäften, Büros, Fischern, Marktständen und Tourismusbetrieben zu Multiplikator_innen für Mülltrennung und Wiederverwertung geschult werden.

Ähnlich wie in SANASUR I wird wieder eine Kampagne zur Reduzierung umweltbedingter vermeidbarer Krankheiten durchgeführt: In Kooperation mit der Gemeindeverwaltung und dem örtlichen Gesundheitszentrum wird einmal jährlich während fünf Tagen Müll im öffentlichen Raum des Landkreises eingesammelt, der auf privatem Gelände oder auf illegalen Müllkippen die Umwelt belastet.

Das neue Projekt läuft nun seit dem 1. Mai 2013 und wird durch die parallel laufende Diskussion und Berichterstattung in den nicaraguanischen Medien über die Müllproblematik im Land sowie das von der Pressesprecherin der Regierung propagierte Konzept "Vivir limpio, vivir sano, vivir bonito, vivir bien" (Kampagne für sauberes, gesundes, schönes und gutes Alltagsleben in Nicaragua) unterstützt. 

Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des

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Projektname
SANASUR II - Erweiterung eines geregelten Abfallmanagements in San Rafael del Sur

Laufzeit
Mai 2013 bis April 2015

Projektkosten
380.000 €

Finanzierung
Fördermittel: 285.890 €
Spendenbedarf: 95.000 €