Kochen aus der Tonne

Bauernhof SpeisegutZwischen Oktober und Dezember realisierten die Slow Food Deutschland gUG, die Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung (KATE e.V.) und die Fachpromotorin für Kommunale Entwicklungspolitik gemeinsam Projekttage im Rahmen des Projekts  „Kochen aus der Tonne“

Der erste Tag,  "Teller statt Tonne", wurde von der Slow Food Deutschland gUG mit SchülerInnen des Kurses Nachhaltiges Wirtschaften der B-Traven Oberschule auf dem Spandauer Bauernhof Speisegut durchgeführt.

Der Projekttag begann mit einer Einführung in die Thematik "Lebensmittelerzeugung und Verschwendung und deren globale Auswirkungen" durch die pädagogische Koordinierung. Anschließend besichtigten die SchülerInnen das Projekt "2000 qm". Hierbei handelt es sich um eine Ackerfläche auf dem Hof, die anschaulich zeigt, welche Fläche einem Bewohner der Erde zusteht, wenn die globale Ackerfläche durch die Zahl der Erdenbürger geteilt wird. Die SchülerInnen nicht marktfähig - aber lecker!lernten, dass diese Fläche ausreichen muss, um jeden von uns mit Nahrung wie Brot, Reis, Kartoffeln und der Nahrung für all die Tiere, deren Fleisch wir essen, sowie mit Baumwolle für unsere Kleidung oder mit Bio-Diesel für unser Auto zu versorgen. Sie machten sich außerdem Gedanken über die Konsequenzen einer ungerechten Verteilung der Weltackerfläche auf die Erdbevölkerung.

Jugendliche machen SalatDie anschließende Hofführung bildete den Höhepunkt des Projekttags. Hier lernten die Jugendlichen, welche Gemüsesorten gerade Saison haben, wie in der Küche benutzte Kräuter aussehen, bevor sie getrocknet und verpackt werden, und was es bedeutet, wenn Gemüse nicht "marktfähig" ist und nicht für den konventionellen Handel in Frage kommt. Die Jugendlichen ernteten eigenständig Gemüse, unterschieden hierbei zwischen marktfähigem und nichtmarktfähigem Gemüse und kreierten anschließend einen leckeren Salat aus den gesammelten Kräutern und Gemüsesorten.

 Im November folgte der Projekttag  „Global denken – lokal kochen mit dem Klimafrühstück“, durchgeführt von der Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung, KATE e.V.

 Gestartet wurde mit einem Rückblick auf den ersten Projekttag, Gelerntes in Erinnerung gerufen und eine inhaltliche Verbindung hergestellt. Anschließend ging es in die Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsumverhalten und dessen Wirkungen auf das Klima. Im Zentrum stand die Frage nach globaler (Klima-)Gerechtigkeit: Welche aus dem Klimawandel entstehenden sozialen Ungerechtigkeiten treffen die Länder des Südens, während wir in Deutschland bislang kaum Auswirkungen spüren? Wie können wir mit unserem eigenen Konsumverhalten Verantwortung übernehmen?  

Dabei standen die Kriterien Anbau, Saisonalität, Regionalität, Verpackung, Vermarktung, und tierische vs. pflanzliche Produkte beispielhaft im Vordergrund: In einer ersten Einheit setzten die Teilnehmenden sich mit diesen Aspekten auseinander und verglichen insbesondere den CO²-Ausstoß verschiedenster Lebensmittel und deren Produktions- sowie Transportweisen. Außerdem diskutierten sie unter Anleitung, wie der Treibhauseffekt funktioniert und was dieser mit dem Klimawandel zu tun hat. Anschließend beschäftigten sie sich mit individuellen Handlungsoptionen, um dem anthropogenen Klimawandel zu begegnen. Dabei bezogen sie insbesondere auch die Wirkungen ihres Verhaltens auf die Länder des Globalen Südens ein.

Im Anschluss wurde dann – begleitet von einem Profi-Koch - ein global gerechtes Mahl entwickelt, welches dann auch gemeinsam gekocht und verspeist wurde. Dabei diskutierten die Teilnehmenden die Zutaten und die jeweiligen Verarbeitungsmöglichkeiten und fanden unter Begleitung des Kochs und des KATE-Mitarbeiters kreative, umweltschonende Lösungen.

Projektkosten: 1502 €

Förderung: Quartiersmanagement Falkenhagener Feld Ost, GSW / Dt. Wohnen