"Atabal de Nicaragua"
Informationsblatt zur Solidaritätsarbeit in Nicaragua
Nr. 40 / Frühjahr 2000
 
 
Neue Klassenräume im Gymnasium von San Rafael del Sur
  • Arbeiten kosteten 24.000 Dollar
  • KooperantInnen bringen weiterhin den Fortschritt

ERICK HURTADO URBINA

San Rafael del Sur. – Die Städtepartnerschaft von San Rafael del Sur mit Berlin-Kreuzberg, Deutschland, trägt weiterhin Früchte für den Fortschritt in diesem Landkreis: In diesem Fall drei neue Klassenräume im Wert von 24.000 Dollar, die der deutsche Verein finanzierte und vom „Instituto Nacional Autónomo San Rafael del Sur“ (Nationales Autonomie-Institut) eingeweiht wurden.

 
Einweihungsfeier

Mit diesen drei Klassenräumen hat die deutsche Solidarität insgesamt sechs in diesem Gymnasium gebaut, wodurch sich die Gesamtzahl auf 28 neue Klassenräume im ganzen Landkreis erhöht, zusätzlich zu Reparaturen an vielen Schulen, der Spende von Mobiliar und didaktischem Material und der Bezahlung von LehrerInnen. Die Unterstützung der Bildung durch den Verein wird als sehr bedeutend angesehen.
Aura Estela Cruz Sánchez, Vizedirektorin des Gymnasiums, dankte in ihren kurzen Begrüßungsworten den deutschen KooperantInnen und dem Bürgermeisteramt für die Unterstützung, die sie der Bildung angedeihen ließen.
Als Vertreter des Schülerrates trat der Schüler Gabriel Rivera auf und drückte seine Dankbarkeit für den Verein Berlin-Kreuzberg dafür aus, dass er seinen Beitrag geleistet habe, um die Bildung zu verbessern. Er bat zum Zeichen der Dankbarkeit um Applaus für diejenigen, die den Bau der drei Klassenräume ermöglicht hatten. Dem folgten die Hunderte SchülerInnen und LehrerInnen, die an der Veranstaltung teilnahmen.

BESORGNIS WEGEN 800.000 OHNE ZUGANG ZU BILDUNG

Der Ingenieur Franz Thoma begann seinen Beitrag mit der Feststellung, er habe im Fernsehen gehört, dass es 800.000 SchülerInnen gebe, die in diesem Jahr nicht eingeschrieben wurden. Er unterstrich, dass „diese Zahl sehr besorgniserregend ist, denn die angemessene Bildung ist ein grundlegendes Recht der Jugend, nicht nur in Nicaragua, sondern in der ganzen Welt“.
Er fügte hinzu, Bildung sei nicht nur für die Entwicklung der Jungen und Mädchen, sondern auch für die Zukunft der ganzen Gesellschaft wichtig. Daher sei dieser Tag ein ganz besonderer, weil die Städtepartnerschaft Berlin-Kreuzberg mit San Rafael del Sur drei neue Klassenräume an das Institut übergebe.
„Insgesamt haben wir bereits 22 neue Klassenräume in 10 Gemeinden und sechs in diesem Institut und eine Unzahl an Reparaturen realisiert und so dazu beigetragen, dass die Jugend angemessene Bedingungen für ihre Studien vorfindet und kein Schüler außerhalb der Bildungseinrichtungen bleiben muss“, schloss Thoma.

FRANZ THOMA ÜBERGAB BÜCHER FÜR BIBLIOTHEK

Er sagte, er habe mit großer Freude gesehen, dass eine Bibliothek gebaut wurde, und er für ihre Ausstattung mehrere Enzyklopädien und andere Lehrbücher übergeben werde mit dem Ziel, dass die Schüler bessere Leistungsfähigkeiten entwickeln, Beispiele sein und die Zukunft von San Rafael del Sur in ihre Hände nehmen könnten.
(...)
 
Am Beginn der Bauarbeiten im Sommer 1999

In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Elternbeirates des Instituts rief Roger Márquez, nachdem er dem deutschen Verein seinen Dank für den Bau der Klassenräume – die er als eine wunderbare Geste bezeichnete - ausgesprochen hatte, die SchülerInnen auf, „dieses wertvolle Werk“ zu pflegen.
„Die Städtepartnerschaft von Berlin-Kreuzberg mit unserem Landkreis (...) besteht seit mehr als zehn Jahren und hat den Fortschritt und die Entwicklung verschiedener sozialer Bereiche unterstützt und dabei besonderen Wert auf die Bildung gelegt“, hob die zuständige Vertreterin des Bildungsministeriums MEDC, Auxiliadora Sánchez Rivera, hervor.

Auszüge aus einem Artikel des „Nuevo Diario“, 28.02.2000