"Atabal de Nicaragua"
Informationsblatt zur Solidaritätsarbeit in Nicaragua
Nr. 44 / Sommer 2001
 
 
Solidarität und Spaß: Karneval der Kulturen
(Pfingsten, 1.- 4. Juni 2001)
Zum 2. Mal beteiligte sich der Verein am Kreuzberger Karneval der Kulturen.

Im Alltagsgeschehen des Vereins, das sich vorwiegend um die Probleme der Organisation und Finanzierung der laufenden Projekte dreht, ist der Karneval der Kulturen ein Fest mit viel Spaß und bringt viele Freundinnen und Freunde des Vereins mal wieder in einem anderen Umfeld zusammen.
Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr hofften wir diesmal mit etwas mehr Gelassenheit auf ein schönes und gewinnbringendes Straßenfest am Blücherplatz.

An unserem Stand, an dem der zum Karneval gehörende Caipirinha sowie Flor de Caña und alkoholfreie Getränke verkauft wurden, trafen sich trotz kalten und oft nassen Wetters viele Vereinsmitglieder und –freund(inn)e(n), so dass die Ehrenamtlichen hinter dem Verkaufsstand alle Hände voll zu tun hatten. Wieder waren es viele Freiwillige, die sich die Einsatzschichten an den vier Tagen teilten und zu einem erfolgreichen Verlauf beitrugen.

Wie im letzten Jahr stellte uns das Naturschutz- und Grünflächenamt Kreuzberg einen Trecker mit Hänger zur Verfügung, so dass wir auch beim Straßenumzug den Verein präsentieren konnten. Der Fahrer des Wagens, Rolf Dittmann, war mit dem gleichen Elan und Vergnügen dabei wie im Vorjahr und wohl unser meist fotografierter Mann. "Der Tanz auf dem Vulkan" war das diesjährige Motto des mit einem feuerspuckenden Vulkan dekorierten Wagens, dem eine bunte Truppe von Tänzerinnen und Besuchern folgte. Volkstänze zur Marimba und der Palo de Mayo der Atlantikküste Nicaraguas wurden gezeigt. Eine wunderschöne Gigantona (überlebensgroße Frauenpuppe) und ihr kleiner, dicker Begleiter, der Cabezón, wurden dieses Jahr eigens für den Umzug gebaut und gaben unserer Tanzgruppe "Atabal" ihre ganz eigene Note.

Trotz Regenschauern und Temperaturen um die 10 Grad standen genauso viele Besucher an den Straßenrändern wie im letzten Jahr. Spätestens wenn der Zug am Hermannplatz in die Gneisenaustraße einbiegt, taucht man als Beteiligte(r) in eine so warme und gespannte Atmosphäre, dass das Wetter unbedeutend wird. Zahlreiche Helfer(innen) hielten während des Umzugs den Weg frei, versorgten die Akteure und gewährleisteten einen reibungslosen Ablauf.

Neben dem Spaß und dem hohen organisatorischen Aufwand, den der Karneval der Kulturen für uns bedeutet, steht ein Gewinn um die 5.000 DM. So war er auch dieses Jahr eine große und wichtige Einnahmequelle für den Verein, um die Projekte in Nicaragua zu verwirklichen. Zwar wird unserer Drei-Jahres-Programm "Integrierte Armutsbekämpfung" von der Europäischen Union so bezuschusst, dass sich jede Mark an den Verein versechsfacht, und auch der aktuelle Bau einer zentralen Trinkwasserversorgung für die rasch wachsende Gemeinde San José km 54 erhält eine beachtliche Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ): Eigenanteile in nicht unbeträchtlichem Umfang muss dennoch der Verein über Spenden und solche Aktivitäten wie die Beteiligung am Karneval der Kulturen aufbringen.

Vor allem deshalb noch einmal ein dickes Kompliment an alle Beteiligten: Ihr wart Klasse!