"Atabal de Nicaragua" – Kurzmeldungen
Informationsblatt zur Solidaritätsarbeit in Nicaragua
Nr. 45 / Herbst 2001
 
  Medikamentenspende für San Rafael

Hat Alemán 2,5 Mio geklaut?

FUAC bleibt aktiv

19. Juli - Der Platz war voll




Medikamentenspende für San Rafael

Noel Cerda, FSLN-Bürgermeister von San Rafael del Sur, erhielt Ende August von "altruistischen nicaraguanischen und nordamerikanischen Investoren" einen Gutschein über den Bezug von Medikamenten im Wert von 800.000 US-$, mit denen 20.000 Menschen des Municipios ein Jahr lang versorgt werden können. Der Nicaraguaner Carlos Amador Torres, Repräsentant der US-amerikanischen "Discover Real State", kündigte an, dass die Medikamente in Kürze eintreffen würden. Die "Discover Real State" ist eine Firma, die in den touristischen Bereich von San Rafael del Sur sowie in Freihandelszonen und in den Wohnungsbau in Managua investieren will. Die Medikamente sollen in zwei Teillieferungen bereits im September in San Rafael del Sur eintreffen.

Quelle: El Nuevo Diario, 27.08.01




Hat Alemán 2,5 Mio geklaut?

Der cubanisch-nordamerikanische Unternehmer Ricardo Mas Canosa behauptet, sein Bruder habe Dr. Arnoldo Alemán im Wahlkampf 1996 eine Parteispende in Höhe von 2,5 Millionen US-Dollar übergeben. Diese Spende ist aber nie auf das Konto der Partei eingegangen. Im Gegenteil behauptet Ricardo Mas, er habe Beweise, das Geld sei auf Alemáns Privatkonto bei der US-amerikanischen Handelsbank, Kontonummer CA-SA-CA BME 3896138 zu finden.
Der nicaraguanische Noch-Präsident Dr. Alemán bestreitet diese Behauptung selbstverständlich auf das Heftigste, doch Mas Canosa beharrt auf seiner Darstellung, obwohl andere Mitglieder seiner Familie ihm widersprechen. Das habe nichts mit Wahlkampf zu tun, erklärt Ricardo Mas, er sei kein Freund der Sandinisten. Die Beweise habe er in Miami. Vielleicht wurde er deshalb, auf direkten Befehl Alemáns, an seiner Rückreise in die USA per Verhaftung gehindert?

Quelle: La Prensa, 11.09.01 und 17.09.01




FUAC bleibt aktiv

Die "Frente Unido Andrés Castro", eine Guerrillatruppe, die sich hauptsächlich aus demobilisierten sandinistischen Armeemitgliedern zusammensetzt, die seit 11 Jahren auf das ihnen zur Existenzgründung versprochene Land warten, forderte in einem von 12 "Comandantes" unterzeichneten Papier die Bevölkerung auf, sich nicht durch "Wahlversprechen verarschen zu lassen, sondern für unser Land und seine natürlichen Ressourcen zu kämpfen". Das Kommuniqué der vornehmlich in der Nordatlantischen Autonomen Region Nicaraguas operierenden Truppe ruft zum Widerstand gegen weitere Privatisierungen von Basisdienstleistungen wie Gesundheits-, Wasser- und Stromversorgung oder im Bildungsbereich auf und wendet sich gegen den geplanten "Trockenen Kanal", eine Eisenbahnlinie vom Atlantik zum Pazifik, für den viele Kleinbauern von ihrem bisschen Land vertrieben werden würden.

Quelle: NicaNet, 16.07.01




19. Juli – Der Platz war voll

Trotz starker Regengüsse füllten zigtausende Menschen den "Platz des Glaubens" am Managuasee, um den Jahrestag der Sandinistischen Volksrevolution zu feiern. Der Präsidentschaftskandidat der Frente Sandinista de Liberación Nacional (FSLN), Daniel Ortega, hielt, nachdem er die weiteren Kandidaten der FSLN vorgestellt hatte, eine Rede, die viele Beobachter als seine beste aller Zeiten bewerten.

Er betonte zunächst, dass er niemals mehr die Wehrpflicht einführen werde, und forderte die Leute "in hohen Ämtern" auf, das Säen von Hass und Konfrontation zu stoppen. Er erinnerte die Welt daran, dass "Nicaragua kein Teil der USA, sondern ein unabhängiges Land" sei. Da die USA erklärt hätten, die Wahlergebnisse respektieren zu wollen, "sollten sie sich darauf einstellen, mit einer neuen Sandinistischen Regierung zu tun zu bekommen". Ortega versprach, die Korruption zu bekämpfen und mit Gefängnis bestrafen zu lassen; die Staatsgehälter würden halbiert und die Regierungsmacht reduziert, um Partizipation zu fördern. Man könne nicht, wie in den 80er Jahren, Schulden von Kleinbauern und Unternehmern erlassen, wohl aber könnte ein Niedrigzinskreditsystem hilfreich sein.

"Nicaragua ist heute", sagte Ortega, "verwüsteter als je. Verantwortlich ist die Regierung Alemán-Bolaños."

Quelle: NicaNet, 23.07.01