"Atabal de Nicaragua"
Informationsblatt zur Solidaritätsarbeit in Nicaragua
Nr. 45 / Herbst 2001
 
  Ab sofort fließendes Wasser auch in San José - km 54

Nach Redaktionsschluss wird Ende September auch die neue, zentrale Trinkwasserversorgungsanlage für San José - km 54 (zwischen San Rafael del Sur und Masachapa) ihrer Bestimmung übergeben werden.

Beim Bau der vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mitfinanzierten Anlage haben die Begünstigten, wie immer bei diesen Projekten, unter der Leitung von Humberto Solís kräftig Hand angelegt und etliche Kilometer Gräben gebuddelt und Rohre verlegt. Obwohl damit nun schon mehr als 25.000 Menschen in San Rafael del Sur durch Vereinsprojekte mit sauberem Wasser versorgt sind, wird diese Arbeit nie Routine: Trifft man bei der Bohrung wirklich eine ergiebige, wasserführende Gesteinsschicht? Schon mehrfach lagen wir "knapp daneben". Obwohl die Gegend um San José - km 54 zu den trockensten Zonen San Rafaels gehört, hat es diesmal wieder auf Anhieb geklappt.

Diese neue, fast wie "nebenbei" entstandene Anlage wurde notwendig, nachdem hunderte Familien vom Gelände der Zuckerfabrik hierher umgesiedelt worden waren. Für viele der Menschen war dieser Zwangsumzug auf Anordnung der Fabrikbesitzer sehr hart. Mit dem Zugang zu sauberem Wasser, der besseren Erreichbarkeit der Gesundheitszentren von San Rafael del Sur und Masachapa und einem kürzeren Schulweg für die Kinder wird ihnen sicher das Einleben in der neuen Umgebung leichter fallen.

Mit diesem Projekt sind die Gemeinden, die mit zentralen Trinkwasserversorgungsanlagen erreicht werden können, erfasst. Abgelegenere Dörfer, in denen sich die Menschen noch immer mit Wasser fragwürdiger Qualität versorgen müssen, werden andere Lösungen wie Schachtbrunnen oder deren Vertiefung erfordern. Ein Ende unserer Wasserprojekte ist also trotz aller Erfolge noch immer nicht in Sicht.