"Atabal de Nicaragua"
Informationsblatt zur Solidaritätsarbeit in Nicaragua
Nr. 47 / Frühjahr 2002
 
  Finanzielle Bilanz der Vereinsarbeit 2001

Wir möchten auch in diesem Jahr wieder Rechenschaft ablegen über die Verwendung der Mittel, die uns in Form von Spenden und Zuschüssen zugeflossen sind. Vorab allen Spenderinnen und Spendern herzlichen Dank für 130.436, 62 DM, die wir wieder zu 100% in Projekte in Nicaragua investierten.

Besonders stolz sind wir, dass wir bei einem Projektvolumen von über 600.000 DM dank des ehrenamtlichen Engagements der Vereinsmitglieder nur einen Verwaltungskostenaufwand von 11.711,32 DM hatten ( 1,9% der Projektsumme bzw. 1,6% der Gesamteinnahmen). Da wir gleichzeitig von der Europäischen Union, dem Bundeswirtschaftsministerium, dem Senat und dem Bezirksamt Gelder für Verwaltung, teilweise in Form einer Kostenpauschale erhielten, konnten wir sogar Mittel aus dem Bereich Verwaltung in die Öffentlichkeitsarbeit und in die Projekte in Nicaragua selbst fließen lassen.

Verwaltung Einnahmen Ausgaben
Bezirksamt 2.000,00 DM  
Senat 400,00 DM  
EU-Pauschale 30.500,00 DM  
BMZ-Pauschale 2.000,00 DM  
Summe 34.900,00 DM 11.711,32 DM

Weithin ausgeglichen waren die Lohnkostenzuschüsse, die wir für unsere eine Stelle im Büro erhielten, (SAM/ABM) und die Ausgaben in diesem Bereich.

In der zweiten Jahreshälfte 2001 konnte die Öffentlichkeitsarbeit durch einen Zuschuss des Senats noch einmal verstärkt werden. Zu nennen sind hier die Plakataktionen in der U-Bahn, die Gestaltung von Werbetafeln durch Jugendgruppen, vielfältige Veranstaltungen auch im Zusammenhang mit dem Besuch des Bürgermeisters aus Nicaragua, zwei Ausgaben unserer Zeitung sowie die Neuerstellung zweier Broschüren zu unserer Arbeit in Nicaragua. Letztere können gegen Euro 1,53 in Briefmarken aus dem Büro angefordert werden. Die durch diese Aktivitäten auf 50.000 DM gestiegenen Ausgaben konnten durch einen Zuschuss des Berliner Senats, Landesstelle für Entwicklungsarbeit, aus Mitteln des Bezirkes sowie Überschüssen aus Ständen gedeckt werden. Auch hier mussten wir im Jahre 2001 keine Spendengelder einsetzen.

Bei den Projektausgaben in Nicaragua standen neben dem Programm zur integrierten Armutsbekämpfung Prodisa (vgl. dazu Artikel in dieser Ausgabe) weiterhin die Finanzierung von Lehrer(innen)stellen, die Unterstützung der Patenschulen, die Errichtung einer Trinkwasserversorgung für 1.500 Personen in der Gemeinde San José, km 54, sowie die Fertigstellung und Übergabe des Gesundheitszentrums im Mittelpunkt der Aktivitäten.

Seit dem Herbst 2001 arbeitet das neue Gesundheitszentrum in Masachapa voll für die Versorgung von 13.000 Menschen in unserer Partnergemeinde. Noch Ende des Jahres kam der Doppelcontainer mit medizinischen Ausrüstungsgegenständen aus Berlin in Nicaragua an, wodurch akute Defizite im Bereich der Ausstattung behoben werden konnten. Auch hier haben mehr als 20 Helferinnen und Helfer dazu beigetragen, dass nur reine Transportkosten anfielen und wir sämtliche Verpackungs- und Beladungsarbeiten ehrenamtlich realisieren konnten. Stellvertretend für alle sollen hier Peter Hellmann, der wieder die gesamte Logistik und die optimale Beladung des Containers organisierte, und Jörg Schwarzer erwähnt werden. Jörg besorgte uns nicht nur kostenlos einen Lagerkeller, sondern half aktiv bei der weiteren Materialbeschaffung mit und war bei jedem Pack- und Beladetermin dabei.

Insgesamt mussten wir weitere 62.000 US-Dollar aufbringen, um das Zentrum, einschließlich biologischer Kläranlage und Notstromversorgung auf Photovoltaikbasis fertig zu stellen. Diese, aufgrund der Dollarkursentwicklung und notwendiger Erweiterungen beim Zentrum, zusätzlichen Kosten belasteten unsere Aktivitäten im Bereich Prodisa sehr stark. Einige Pläne konnten dadurch vorerst noch nicht in Angriff genommen werden.

Aber auch das dritte Großprojekt, die Trinkwasserversorgung für die Gemeinde San José erforderte Eigenmittel, da den Kosten von 92.406,98 DM nur ein Zuschuss des BMZ in Höhe von 73.710,00 DM gegenüber stand. Auf der anderen Seite gelang es dem Team in Nicaragua mit weniger als 100.000 DM eine funktionierende Trinkwasserversorgung für 1.500 Personen, einschließlich Fernleitung (vor Ort reichte das Grundwasservorkommen nicht aus), in nur fünf Monaten zu realisieren, dies nicht zuletzt Dank der aktiven Mitarbeit der Bevölkerung.

Durch die Förderung des Projektes "Integrierte Armutsbekämpfung" durch die europäische Union konnten wir in Nicaragua die allgemeinen Projektkosten senken, da diese jetzt integrierter Bestandteil des EU-Projektes sind.

Insgesamt haben wir damit drei Großprojekte im Jahre 2001 realisiert, was den Anstieg der Projektausgaben auf über 605.000 DM erklärt. Damit konnten nachhaltige Verbesserungen in unserer Partnergemeinde realisiert werden. Neben der gesicherten Befriedigung der Grundbedürfnisse nach sauberem Trinkwasser und Gesundheit, standen vor allem die Sicherung der Umwelt und die Schaffung verbesserter Einkommensmöglichkeiten im Mittelpunkt der Arbeit.

Diese drei Projektfelder sollen auch in den kommenden Jahren noch fortgeführt werden. Im Bereich Gesundheit muss das dezentrale Netz auf den Dörfern zur Gesundheitsvorsorge gestärkt werden, um zu weiteren Verbesserungen zu gelangen. Im Bereich Bildung sind die Erwachsenenalphabetisierung, der Ausbau der Schulräume (bei 59 Landgemeinden konnten wir bisher noch nicht alle Wünsche erfüllen) und die Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien (fast nicht vorhanden) in Angriff zu nehmen. Es ist uns immer noch nicht gelungen, der Bevölkerung in allen Gemeinden sauberes Trinkwasser zur Verfügung zu stellen. Gerade in der nordwestlichen Trockenzone von San Rafael del Sur wird dieses Problem nur über eine Fernwasserversorgung zu beseitigen sein. Vielleicht schaffen wir es in den nächsten Jahren, auch in diesem Teilgebiet unserer Partnerstadt zu einer Lösung zu gelangen.