"Atabal de Nicaragua"
Informationsblatt zur Solidaritätsarbeit in Nicaragua
Nr. 50 / Sommer 2003
 
  Trauriger Karneval der Kulturen

Abbruch des Festes bedeutet Einnahmeverluste für den Verein

Alles begann so schön: Nach zwei mehr oder weniger verregneten Jahren endlich wieder strahlender Sonnenschein. Caipirinha-Wetter!

Unser Stand in der Blücherstraße war, wie anders nach inzwischen vierjähriger Erfahrung, bunter und anziehender als je zuvor: Blumen, Plastik-Palmen und neunundneunzig bunte Luftballons zierten ihn. Dazu kam unser motiviertes, immer fröhliches Personal (Dank an alle freiwilligen Helferinnen und Helfer!) und die besten Caipis auf dem Platz! Ein großes Nicaragua-Schild auf dem Dach ließ keinen Zweifel, wohin die Einnahmen fließen werden. Darüber strahlte eine veritable Leuchtreklame mit Plakaten des Vereins in die Nacht.

Auch unser Umzugswagen mit dem meistfotografierten Fahrer des Karnevals, Rolf Dittmann, war mit den tanzenden Freundinnen und Freunden aus Nicaragua, der "Gigantona" und dem dicken Schwellkopf in all seiner entzückenden Bescheidenheit wieder eine Attraktion. Palmen, Blumengirlanden und grüne Bänder bildeten eine fahrbare Hütte und das Riesentransparent des Vereins machte unübersehbar, wofür der Wagen rollte. Hier besonderer Dank an Akis Frau Andrea, Matthias und alle die anderen Helfer beim Aufbau und der Sicherheitsbegleitung!

DANK an unsere Sponsoren:

BOTSCHAFT der Republik Nicaragua
HONORARKONSUL der Republik Nicaragua, Andreas Gerl, Berlin
HONORARKONSULIN der Republik Nicaragua, Frankfurt/Main
Buchhandlung ANAGRAMM
CACTUS Bar-Restaurant
TOKO SATU

Dank aber vor allem auch unserem Vorstandsmitglied Erich Köpp, der in diesem Jahr die Koordination und Oberaufsicht übernommen hatte und die tausend Probleme und Problemchen vor, während und nach dem Karneval mit seiner beneidenswerten Gelassenheit hervorragend gemeistert hat!

Alles war also gut. Doch dann kam das Unwetter. Die Polizei warnte rechtzeitig und - die drei schwer verletzten Festbesucher sind trauriger Beweis dafür - zu Recht. Der Abbruch des Festes am Sonntagabend überraschte uns also nicht. Wir konnten unseren Stand geordnet räumen.

Finanziell trafen uns, wie alle anderen Stände, der Einnahmeverlust vom Sonntagabend und die Entscheidung, das Fest am Pfingstmontag nicht wieder aufzunehmen, hart. Die Miete war schließlich bezahlt, die Einnahmen, die ja in die Projektarbeit in San Rafael fließen sollten, im Hinterkopf fest eingebongt.

Dennoch wollen wir eindeutig sagen: Die Entscheidung der Werkstatt der Kulturen, das Fest abzubrechen, tragen wir voll mit. Der Karneval ist eben, und das ist ja das Besondere und Schöne, keine hartherzige Kommerzveranstaltung.