"Atabal de Nicaragua"
Informationsblatt zur Solidaritätsarbeit in Nicaragua
Nr. 53 / Frühjahr 2004
 
  Rollstühle und mehr

Ende 2003 hatten wir unseren jährlichen Container für San Rafael bepackt und auf seinen Weg nach Nicaragua geschickt. Nach den obligatorischen Aufgeregtheiten mit Zoll und ausliefernden Transportfirmen hat er im Februar San Rafael erreicht. Neben den schon üblich Materialien und Möbeln für den Gesundheitssektor, dem Schulmaterial der Bracke-Schule in Braunschweig und den von Berliner Sportvereinen gespendeten Sportartikeln konnten wir diesmal vor allem viele praktische medizinische Geräte für die "pipitos" von San Rafael del Sur, die Organisation der Eltern mit behinderten Kindern, verschicken (zu den "pipitos"siehe auch den Artikel in Atabal Nr.52). Zahlreiche Rollstühle, Rollatoren und andere Gehhilfen, medizinische Liegen und spezielle Arbeitsstühle für Spastiker, die wir von verschiedenen Behinderteneinrichtungen und Fachgeschäften erhalten hatten, haben den halben Container gefüllt. Und während die MitarbeiterInnen von CEDRU die Schreibblocks, die Verbandsmaterialien und die Fußballtrikots ohne großes Aufsehen dort ablieferten, wo sie jeweils gebraucht wurden, wurde für die Übergabe der Hilfsgüter für die "pipitos" ein offizieller und vor allem öffentlicher Rahmen gewählt: Ein eigens organisierter "acto", zu dem die Eltern am 23. März mit ihren Kindern in den "Ranchon", den öffentlichen Veranstaltungsraum von CEDRU geladen wurden. Das Besondere war dabei nicht die Übergabe der sehnsüchtig erwarteten Hilfsmittel, sondern vor allem die Teilnahme von Omar Cabezas, Ex-Comandante der FSLN und Geschäftsführer des nicaraguanischen Dachverbandes der "pipitos" in Managua, und Noel Cerda, Bürgermeister von San Rafael und engagierter Schirmherr der örtlichen Betroffenengruppe. Durch ihre Teilnahme konnte einmal mehr eine medienwirksame Öffentlichkeit für Menschen mit Behinderung hergestellt werden, was die Elterninitiative in ihrem beständigen Bemühen um vollständige Integration ihrer Kinder in die nicaraguanische Gesellschaft stärkt und ihr zunehmende Anerkennung und Respekt in der Gemeinde San Rafael verschafft.

Mit den gespendeten Hilfsmitteln konnte einigen Dutzend Betroffenen mehr das Leben ein wenig erleichtert werden, aber viele andere warten noch auf individuelle Unterstützung. Auch das kleine Zentrum der "pipitos" im Ortskern von San Rafael braucht dringend eine adäquate Ausstattung und die Finanzierung einer physiotherapeutischen Fachkraft. Wir bedanken uns bei allen, die dem Verein die bisherige Hilfestellung ermöglicht haben und bitten Sie um weitere Unterstützung der betroffenen Kinder.

(siehe auch: www.cedru.org und www.lospipitos.org)