"Atabal de Nicaragua"
Informationsblatt zur Solidaritätsarbeit in Nicaragua
Nr. 63 / Herbst 2007
 
 

Private Hilfe für die RAAN

Silvia und Izabela, die diesjährigen ASAtinnen, trafen an eben dem Tag in Nicaragua ein, als der Hurrikan seine zerstörerische Spur über den Norden des Landes zog. Seit der ersten Stunde engagieren sie sich deshalb in den Hilfsaktionen, die auch in San Rafael für die Betroffenen der RAAN organisiert werden, und rufen zu Spenden für die Opfer auf. Wir dokumentieren im Folgenden Auszüge aus einem ihrer Berichte.

ihr lieben,
erstmal möchte ich mich ganz recht herzlich bei allen lieben menschen bedanken, die uns schon so kräftig unterstützt haben. ich bin sicher, dass man schon mit einer kleinen hilfe viel bewegen kann.

Worum es geht, für die, die es noch nicht wissen, hier unser Anliegen:
will nicht große worte machen, es gibt schon so viele davon. seit anfang september befinden sich leela und ich für einige monate an der westküste des köstlichen nicaraguas.
zur gleichen zeit unserer ankunft fegte ein wirbelsturm mit teilweise über 260km/h über die nordatlantikküste nicaraguas und honduras hinweg.
wir sind nicht direkt betroffen, uns geht es gut. aber mehr als hunderttausend andere menschen befinden sich aufgrund des hurricans in katastrophaler not.

die nordatlantikküste nicaraguas wird hauptsächlich von misquitos besiedelt, was die indigene bevölkerung des trikontstaates ist. ihr lebensalltag versteckt sich in wellblech - oder papphütten.
es gibt keine infrastrukturelle zauberei namens straße, um die kommunikation zu ermöglichen.
die plantagenarbeitenden sehen ihre lebensgrundlage weggespült. betroffen sind 32% der anbaugebiete, vor allem reis- soja und maisernten sind vernichtet.
die momentane lage sieht folgendermaßen aus:
der gestrige offizielle stand der todesopfer beträgt 102 menschen,
136 konnten gerettet werden, über 80 werden vermisst. insgesamt sind fast 200.000 menschen von der katastrophe betroffen.

dies bedeutet:
zahlreiche gemeinden sind isoliert, stromversorgung und nahrungsmittelzugang sind nicht gegeben. die häuser sind vernichtet. durch flutartige regenfälle wird auch die fehlende hygiene zum mächtigen problem: trinkwasser ist knapp bis gar nicht mehr zugänglich, da es stark kontaminiert ist. das wasserklärsystem ist überfordert, sofern es noch intakt ist. krankheiten werden hier schnell zu seuchen.

die reaktionen allenfalls sind beeindruckend:
während die regierung nicaraguas namens daniel ortega eine woche gewartet hat, um die katastrophe zu akzeptieren und hilfsgüter zu ordern, wird in allen noch so kleinen gemeinden in nicaragua das letzte hemd solidarisch abgegeben. es wird landesweit mobilisiert, die marktfrauen schreien sich den leib aus ihrer seele um alle anzuhalten, wenigstens etwas salz und wasser abzugeben. dies wird dann in einer großsammelaktion mit hubschraubern rübergeflogen. es wird jedoch lange dauern, bis die obdachlos gewordenen wieder auf sicherem boden stehen koennen.

nun möchten wir euch bitten, ein kleines bisschen etwas geld umzuverteilen.
mit dem bürgermeister unserer region von san rafael del sur haben wir die vereinbarung, mit der gespendeten summe zusammen wasser, nahrung, medikamente, kleidung, baumaterial (zb. nägel) fuer dächer zu besorgen, es in einer sammelkollekte nach managua zu verfrachten, um es den dicken hubschraubern zu übergeben. dort wird dies direkt an die menschen verteilt.
wir werden es transparent und euch auf dem laufenden halten.
auch arbeiten wir mit dem centro de salud / gesundheitszentrum zusammen, was uns eine liste von dem notwendigsten zusammengestellt hat

dankedanke.
leela&iza