"Atabal de Nicaragua"
Informationsblatt zur Solidaritätsarbeit in Nicaragua
Nr. 64 / Winter 2007
 
 

Frauen in der Armutsbekämpfung - ASA-Projekt 2008

Auch für das Jahr 2008 haben wir vor einigen Wochen einen ASA-Projektvorschlag eingereicht, der inzwischen in das Programm des nächsten Jahres aufgenommen wurde.

Thema des ASA-Projekts 2008 ist die Evaluation ausgewählter zentraler Komponenten des mehrjährigen Projekts PISA. Dieses Projekt ist eine Reaktion auf die hohe Quote von Unter- und Mangelernährung insbesondere unter Frauen und Kindern innerhalb der Bevölkerung San Rafael del Surs. Diese Zielgruppe steht also im Fokus des Projekts, das darüber hinaus weitere Aspekte im Agrar- und Gesundheitssektor berücksichtigt.

Das PISA-Projekt beinhaltet zwei zentrale Komponenten, in denen sich einzelne Maßnahmen explizit an Frauen richten: Die qualitative und quantitative Verbesserung des Nahrungsangebots und die Erhöhung ernährungsrelevanter Kenntnisse. Dazu gehören die Diversifizierung des Nahrungsmittelangebots und der Ernährungsgewohnheiten durch Anlage von Obst- und Gemüsegärten und eine umfangreiche Wissensvermittlung zu komplementären Themen wie Familienplanung, Schwangerschafts- und Geburtenberatung, Stillförderung, Prophylaxe von vermeidbaren Krankheiten wie Masern, Diarrhö und Cholera durch Impf- und Hygienekampagnen.

Das ASA-Projekt soll nun den Erfolg dieser wichtigen Teilkomponenten unter Gender-Gesichtspunkten analysieren und gegebenenfalls Handlungsempfehlungen für eine Modifizierung dieser Komponenten aufzeigen. Die Fragestellungen werden sein: Ist das erklärte Projektziel erreicht worden, Frauen in besonderem Maße in die Projektkomponenten einzubeziehen? Waren die dazu eingesetzten Mittel adäquat? Ist es gelungen, den Frauen relevante Kenntnisse zu vermitteln, und wird das erworbene Wissen im Alltag umgesetzt? Können Verbesserungen im Bereich der Ernährungssicherheit direkt den Maßnahmen zugeordnet werden, die sich gezielt an Frauen richteten? Bestehen nach Ansicht der Frauen Defizite in Umfang und Art der Maßnahmen, die explizit auf sie abgestimmt waren? Wie können diese in einem Folgeprojekt berücksichtigt werden? Ist die Fokussierung auf die traditionelle Rolle der Frau in der Ernährungssicherung überhaupt vernünftig oder schließt sie umfassendere Ansätze aus?

Der Studien- und Arbeitsaufenthalt wird entsprechend folgende Arbeitsschwerpunkte beinhalten:

  • Kritische Analyse der durchgeführten Maßnahmen im häuslichen Obst- und Gemüseanbau: Auswahl der Begünstigten, Qualität der fachlichen Beratung, Arten und Mengen der ausgegebenen Samen, Erträge, Verwertung, Bedarfsanalyse
  • Quantitative und qualitative Auswertung der Bildungsmaßnahmen (Familienplanung, Schwangerschafts- und Geburtenberatung, Stillförderung, Prophylaxe von vermeidbaren Krankheiten wie Masern, Diarrhö und Cholera durch Impf- und Hygienekampagnen, Kritik und Vorschläge der Beteiligten)
  • Erfassen der soziokulturellen Auswirkungen des entwicklungspolitischen Projekts sowohl auf die begünstigten Familien selbst als auch auf Kommunalverwaltung und allgemeine Bevölkerung

Von den TeilnehmerInnen wird erwartet:

  • Auswertung bereits bestehender Studien nationaler wie internationaler Organisationen zum Thema der besonderen Rolle der Frauen in der Armutsbekämpfung
  • Auswertung der von CEDRU laufend erhobenen Daten aus dem entwicklungspolitischen Projekt (PISA)
  • Ortsbegehungen, Teilnahme an Bildungsmaßnahmen für begünstigte Frauen
  • Interviews mit begünstigten Frauen
  • Interviews mit CEDRU-MitarbeiterInnen
  • Interviews mit lokalen Institutionen (Kommunalverwaltung, Gesundheitszentren, Kleinbauernverband UNAG, Gemeindekomitees, Menschenrechtsbüro)

InteressentInnen für das ASA-Projekt können sich bis 10.01.2008 ausschließlich online bewerben unter www.asa-programm.de

Erich Köpp