"Atabal de Nicaragua"
Informationsblatt zur Solidaritätsarbeit in Nicaragua
Nr. 65 / Sommer 2008
 
 

Mit "Weltwärts" nach San Rafael

Im Atabal Nr 63 war es bereits angekündigt worden: Die Stäpa wird sich am neuen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst "Weltwärts" beteiligen. Mit diesem Programm sollen in den nächsten Jahren 10.000 junge Freiwillige in entwicklungspolitischen Projekten die Möglichkeit erhalten, interkulturelle Erfahrungen zu sammeln. Sie sollen vom Süden lernen und Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung übernehmen. Die Vollfinanzierung des Aufenthalts soll auch jenen die Teilnahme ermöglichen, denen dies bisher aus finanziellen Gründen verwehrt geblieben ist.

Von den entwicklungspolitischen Organisationen wird der neue Dienst durchaus kritisch diskutiert. Zu viele Fragen sind aufgrund ausstehender Erfahrungen noch offen. Welche personelle und finanzielle Belastung bedeutet es für die NRO an den Einsatzorten des Südens, wenn sie einen jungen Deutschen in ihre Projektarbeit integrieren? Welche Qualifizierung darf von den Freiwilligen erwartet werden? Wie lassen sich die RückkehrerInnen in die hiesige Bildungsarbeit integrieren? Warum beinhaltet das Programm nicht auch Möglichkeiten für junge Menschen aus dem Süden?

Die Stäpa hatte vor Jahresfrist beschlossen, einen vorsichtigen Versuch zu starten und zwei Projektplätze in San Rafael del Sur anzubieten. Diese Erfahrungen werden wir nach dem Ende des Einsatzes evaluieren und uns dann für einen Ausstieg oder aber eine Ausweitung des Angebots entscheiden. Wir tun dies in Kooperation mit dem Internationalen Jugendgemeinschaftsdienst IJGD, der bereits als Entsendeorganisation vom BMZ anerkannt wurde. Die Stäpa stellt also im eigentlichen Sinne der IJGD die Einsatzstellen zur Verfügung. Die Auswahl und Vorbereitung der Freiwilligen oblag daher auch der IJGD. Zwei Stellen im Bereich Schulsport und Betreuung von behinderten Kindern hatten wir angeboten. Im September wird Bernd Steinhage aus Berlin nach San Rafael fliegen, um seine umfassenden sportlichen Kenntnisse und Erfahrungen mit der Jugendarbeit in den Schul- und Freizeitbereich von San Rafael del Sur einzubringen. Für die Arbeit mit behinderten Kindern hat sich die IJGD nicht für eineN der BewerberInnen entscheiden können. Für diese Arbeit hatten wir aus Gründen der Verantwortung gegenüber den Kindern hohe Ansprüche formuliert. Also bleibt es vorläufig bei dem Einsatz von nur einem Freiwilligen. Und schon für nächstes Jahr können wir weitere Angebote machen, wenn wir denn wollen. Jetzt freuen wir uns über Bernd und wünschen ihm alles Gute.

Wer mehr über den Freiwilligendienst wissen möchte: Potenziale und Herausforderungen von "Weltwärts" können am 10. Juli ab 15:30 Uhr auf einer Veranstaltung der Stiftung Nord-Süd-Brücken im Haus der Demokratie, Greifswalder Str. 4 diskutiert werden.

Erich Köpp