ECAPROMAS - Aktionsjahr Klimawandel und Umweltschutz in San Rafael del Sur

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Unbestritten sind die industriellen Länder des Nordens und mittlerweile auch verschiedene Schwellenländer mit ihren CO2 –Emissionen hauptsächlich für die Ursachen des Klimawandels und seine Auswirkungen verantwortlich. Ungeachtet der globalen gegenseitigen Abhängigkeit tragen jedoch auch die Betroffenen des Südens Mitverantwortung und wissen meist nicht, dass sie auf lokaler Ebene wie der Region San Rafael del Sur durchaus Mitverursachende des Klimawandels sind, wenn sie unreflektiert mit zur Verfügung stehenden Ressourcen umgehen. Die der Armut der Bevölkerung geschuldete Abholzung hat weitreichende Konsequenzen für die Produktivkraft der Böden, das Mikroklima der Region, die Artenvielfalt und den Wasserhaushalt.

Da es jedoch in San Rafael del Sur wie in fast ganz Nicaragua bis zu Beginn des Projekts keine konsistente Bildungs- und Sensibilisierungskampagne im Umweltbereich und über Umweltrechte gab, waren der Bevölkerung die negativen Folgen ihres eigenen Handelns und potentielle Handlungsalternativen im Allgemeinen nicht bekannt. Im Rahmen des Projekts „Aktionsjahr Klimawandel und Umweltschutz in San Rafael del Sur“ wurden daher für große Teile der ländlichen Bevölkerung umfangreiche Sensibilisierungsmaßnahmen durchgeführt als auch daraus resultierende praktische Schritte zum Umweltschutz vor Ort vorgenommen, um einen entsprechenden Bewusstseinsprozess und veränderte Handlungsweisen der Bevölkerung einzuleiten. Das Projekt El cambio climático y la protección del medio ambiente en San Rafael del Sur (Der Klimawandel und der Schutz der Umwelt in San Rafael del Sur, ECAPROMAS) ergänzte sich mit weiteren Umwelt-Projekten an den regionalen Schulen und im Bereich kommunaler Abfallwirtschaft/Recycling wie z.B. SANASUR, das sich an die Bevölkerung der größeren Gemeinden richtete, und dem ASA-Süd-Nord-Programm 2012).

 

Kommunaler Runder Tisch Umwelt zum Thema Klimawandel und Umweltschutz

Zu Projektbeginn wurde ein kommunaler Runder Tisch Umwelt eingerichtet, an dem ca. 45 Vertreter_innen örtlicher Institutionen wie dem Bürgermeisteramt, dem Kommunalen Umwelt-Komitee oder den zwei Gesundheitszentren und der organisierten Zivilgesellschaft teilnahmen. Hier erfolgten Weiterbildungen zum Thema Klimawandel und Umweltschutz. Potenzielle eigenverantwortliche Beiträge zum Umweltschutz wie beispielsweise eine aktive Teilnahme an Aufforstungsmaßnahmen wurden diskutiert.

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Während des gesamten Projektverlaufs wurde eine kommunale Öffentlichkeitskampagne zum Thema Klimawandel und Umweltschutz durchgeführt. In der Kreisstadt San Rafael del Sur und fünf weiteren größeren Gemeinden des Landkreises ( Masachapa, San Pablo, Gutierrez Norte, San Cayetano, El Portillo) informierten an strategisch wichtigen Verkehrsknotenpunkten 6 große Schilder und 6 Straßentransparente über die Aktivitäten des Aktionsjahres. Ein von CEDRU zu Projektbeginn erarbeiteter Flyer über lokale Ursachen und Folgen des Klimawandels als auch kommunale und individuelle Handlungsmöglichkeiten zum Umweltschutz wurden ab März an zahlreichen öffentlichen Orten ausgelegt (Kommunalverwaltung, Gesundheitszentren, Supermarkt, Schulen). Darüber hinaus wurden mit Umwelt-Slogans bedruckte T-Shirts als Werbeträger der Kampagne an Umwelt-Promotor_innen und weitere von diesen ausgewählte Aktivist_innen verteilt.

In den oben genannten Gemeinden wurden unter Beteiligung der Kommunalverwaltung, lokaler Institutionen, der Umwelt-Promotor_innen und jugendlicher Aktivist_innen aus den örtlichen Schulen auf den zentralen Plätzen der Orte Informations- und Aktionstage zum lokalen Umweltschutz durchgeführt. Wegen der zunehmenden, in der Regel illegalen Abholzung lokaler Wälder und deren negativer Folgen (Bodenerosion, Verlust der Artenvielfalt, Absinken des Grundwasserspiegels, Veränderung des Mikroklimas) wurde die Wiederaufforstung der Region als konkretes Beispiel lokalen Umweltschutzes propagiert, an welchem die Bevölkerung mit persönlichem Einsatz und Engagement maßgeblich partizipierte.

 

Ausbildung von Umweltpromotor_innen

Im März und April wurden in zahlreichen Workshops im Ausbildungszentrum CEDRUs ca. 320 Umwelt-Promotor_innen ausgebildet, die seitdem in ihren ländlichen Gemeinden als kompetente Ansprechpartner_innen zu Umweltfragen agieren. Die Workshops beinhalteten Ursachen und Folgen des Klimawandels in seiner globalen als auch lokalen Dimension, informierten über die wichtigsten Gesetze der nicaraguanischen Umweltgesetzgebung und zeigten potenzielle Handlungsalternativen auf. Als Grundlage für die Workshops und zur späteren Unterstützung der Arbeit der Promotor_innen wurde vor Beginn der Workshops von einem Agraringenieur CEDRUs eine etwa 18-seitige Informationsbroschüre zum Thema Klimawandel und Umweltschutz erarbeitet und zur Verfügung gestellt.

 

Seit Abschluss der zentralen Workshops im Mai 2012 geben die ausgebildeten Umwelt-Promotor_innen in dezentralen Workshops und Einzelgesprächen ihre erworbenen Kenntnisse über Klimawandel und Umweltschutzmaßnahmen an die Bevölkerung ihrer jeweiligen Gemeinde weiter. In der Anfangsphase wurde ihre Tätigkeit von Fall zu Fall vom Agraringenieur CEDRUs begleitet.

Aufforstung

Im Wassereinzugsgebiet dreier größerer Flussläufe der Region wurden in einem ersten Schritt unter Anleitung der Umwelt-Promotor_innen und mit Unterstützung von Teilen der Bevölkerung von Juni bis November unter Ausnutzung der Regenzeit im Bereich der Flussufer 15.300 Baumsetzlinge ausgepflanzt, um der zunehmenden Erosion der Böden und Versandung der Flussläufe entgegen zu steuern. Um die Motivation der Bevölkerung zum Auspflanzen der Baumsetzlinge und zum Erhalt der Bäume und einer nachhaltigen Nutzung zu erhöhen, bestehen 30 Prozent der ausgepflanzten Setzlinge aus Obstbaum- und Staudenarten: noni (Indischer Maulbeerbaum), naranja (Orange), limón (Zitrone), mango, aguacate (Avocado), marañón (Cashewäpfel), plátano (Banane). Die späteren Erträge der Obstbäume stehen der Bevölkerung zur freien Verfügung. Durch zusätzliche Projektmittel konnte im Oktober 2012 noch einmal 11.700 Setzlinge gekauft werden.

Nachhaltigkeit

Das Projekt konnte keinen Einfluss auf globale Ursachen des Klimawandels und seiner negativen Folgen nehmen, lenkte jedoch die Aufmerksamkeit einer wenig informierten Bevölkerung auf die Zusammenhänge und Handlungsalternativen auf lokaler Ebene. Im Rahmen des Projekts konnte mit der Wiederaufforstung der Wassereinzugsgebiete nur ein erster Schritt Richtung Eigenverantwortung initiiert werden. Es ist jedoch bereits die Durchführung weiterer Projekte  zur Reduzierung negativer Folgen des Klimawandels auf lokaler Ebene geplant.

 

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Projektname
ECAPROMAS - Aktionsjahr Klimawandel und Umweltschutz in San Rafael del Sur

 

Laufzeit
1. Februar – 30. November 2012

 

Projektkosten
30.000 €

 

Finanzierung
Fördermittel: 16.500 € (LEZ)
Spendenbedarf: 13.500 €