"Berlin und San Rafael in Bildern" Eine Ausstellung nimmt Gestalt an

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Seit der Herausgabe des letzten ATABAL hat sich Einiges getan. Das von der LEZ geförderte Jugendprojekt "Berlin und San Rafael in Bildern" wurde in unserer Partnergemeinde erfolgreich durchgeführt und steht auch hier in Berlin kurz vor dem Abschluss.

Die Idee dieses interkulturellen Projekts, an dem nicht nur Jugendliche aus San Rafael del Sur, sondern auch junge Leute aus Berlin teilnahmen, basierte vor allem auf unserem Wunsch, die Zusammenarbeit unseres Vereins mit Jugendlichen zu stärken. Während die Stäpa in der Vergangenheit durchaus in Kontakt zu Schulen stand und einige Schulpartnerschaften nach Nicaragua vermittelt werden konnten, waren besonders in den letzten Jahren die Aktivitäten des Vereins eher selten auf eine jugendliche Zielgruppe ausgerichtet. Mit dem Projekt "Berlin und San Rafael" sollten daher primär junge Leute angesprochen und auf kreative Weise für einen interkulturellen Austausch und "Perspektivenwechsel" interessiert werden. Unser Ziel war und ist es, gerade bei jungen Leuten ein Interesse an anderen Kulturen zu wecken und auch ein Hinterfragen der eigenen Lebensweise anzustoßen. Dies gilt in gleichem Maße für Jugendliche aus Berlin wie San Rafael - durch das Projekt sollen beide Seiten in die Lage versetzt werden, nicht nur ihren Kenntnisstand über die eigene Region, den eigenen Bezirk zu verbessern, sondern auch die Partnerregion besser kennenzulernen.

 

Konkreter Inhalt des Projektes war die Erstellung einer zweisprachigen Ausstellung mittels Fotos und Texten, mit Hilfe derer die Jugendlichen ihr Lebensumfeld darstellen und der jeweils anderen Seite zugänglich machen. Dabei bearbeitete jeweils eine Gruppe von Jugendlichen eines von insgesamt acht verschiedenen Themen - Orte der Arbeit, Landschaften, Orte des Einkaufs, Umweltprobleme, Freizeit & Hobbys, umweltpolitisches Engagement, Häuser & Gebäude, Essen -, indem sie Fotos zu den unterschiedlichen Aspekten des Themas schoss, die besten auswählte und zu diesen Bildern erklärende Texte verfasste. Die technische Erstellung und die Übersetzung der Ausstellung übernahm die Stäpa selbst, so dass zu Projektabschluss jeweils 16 Tafeln in deutscher sowie 16 Tafeln in spanischer Sprache vorliegen.

 

In San Rafael del Sur fanden sich zunächst mehr als 40 interessierte Jugendliche im Alter von 12 bis 23 Jahren aus den vier Oberschulen der Region, die an dem von unserer nicaraguanischen Partnerorganisation CEDRU (Zentrum für ländliche Entwicklung) organisierten Projekt teilnehmen wollten. Die anstehenden Nationalfeiertage im September reduzierten die Zahl der aktiven TeilnehmerInnen im Laufe des Projektes jedoch etwas, da insbesondere seitens der Schulen viel Energie auf die Vorbereitung der traditionellen Straßenumzüge verwandt wurde und somit nicht viel Zeit für anderes blieb. Zu Projektbeginn wurde zunächst für alle TeilnehmerInnen ein Workshop über den Umgang mit einer Fotokamera durchgeführt - während einige der Jugendlichen bereits über Erfahrungen diesbezüglich verfügten und ihre Kenntnisse auch engagiert und stolz an die anderen weitergaben, hatten andere noch nie selbst eine Kamera in den Händen gehalten. Nach dieser Einführung wurden die einzelnen Themen von den Arbeitsgruppen definiert und ausgewählt, die Kameras, Filme und Batterien verteilt und das Projekt konnte beginnen. In den folgenden drei Wochen wurde eine Fülle von Bildern aufgenommen, wobei die Jugendlichen stets zum Ziel hatten, eine möglichst breite Palette der verschiedenen Aspekte eines Themas wiederzugeben. Dann wurden in einem zweiten Arbeitstreffen die besten Schnappschüsse ausgewählt, erläuternde Texte zu den einzelnen Bildern geschrieben und all dies zu je einem Poster pro Gruppe verarbeitet. Im Beisein der Direktorinnen der teilnehmenden Schulen präsentierten alle Gruppen im Rahmen einer abschließenden Veranstaltung ihre jeweiligen Tafeln und nahmen in Vertretung für ihre Schule jeweils eine Kamera in Empfang, welche ihnen in Zukunft für ähnliche Projekte, Dokumentationszwecke u.a. zur Verfügung stehen wird.

 

Auch hier in Berlin fanden sich engagierte SchülerInnen, die das Fotoprojekt tatkräftig unterstützten und zu den obigen Themen Fotos schossen und Texte verfassten, darunter Jugendliche der Röntgen-Oberschule in Neukölln sowie Mitglieder eines Jugendclubs in Niederschöneweide. Allerdings kann gesagt werden, dass Berliner Jugendliche, wie bereits vor Projektbeginn anzunehmen war, gewisse Symptome von freizeitlicher Reizüberflutung zur Schau tragen - während das Interesse unter den Jugendlichen in San Rafael sehr groß war und viele mit Begeisterung dabei waren, gestaltete es sich in Berlin doch erheblich schwieriger, interessierte junge Leute ausfindig zu machen. Hierbei sollte jedoch auch angemerkt werden, dass in San Rafael die verschiedenen Institutionen wie die Schulen, CEDRU, das Erziehungsministerium u.a. viel bessere und engere Beziehungen unterhalten, so dass es recht leicht war, mit den Jugendlichen in Kontakt zu treten, während hier in Berlin nur wenige Beziehungen zu Schulen und Jugendgruppen bestehen, so dass neue Kontakte geknüpft werden mussten.

 

Wer mehr über die interessante, mit viel Mühe erstellte Ausstellung erfahren und die zahlreichen Bilder bewundern möchte, kann auf die Broschüre und den Kalender zurückgreifen, die aus der Ausstellung entwickelt wurden und/ oder selbst einen Blick auf die Fotoausstellung werfen, welche nicht nur an verschiedenen öffentlichen Orten in Berlin, sondern auch in San Rafael del Sur als Wanderausstellung zu sehen sein wird. Nähere Informationen dazu unter der Tel. 030 - 61 20 91 65, unter E-Mail und im nächsten ATABAL.

 

Belinda Hanke