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Aktuelle Projekte

PRAGUACS - „Förderung der nachhaltigen Trinkwasserversorgung und autonomen Wasserkomitees in den ländlichen Gemeinden von San Rafael del Sur (Nicaragua)“

Im Juli 2024 hat der Verein mit einem Projekt zur Förderung der Trinkwasserversorgung der Bevölkerung der Region San Rafael del Sur begonnen.

Unter dem Projekttitel „Förderung der nachhaltigen Trinkwasserversorgung und autonomen Wasserkomitees in den ländlichen Gemeinden von San Rafael del Sur (Nicaragua)“ soll über 2,5 Jahre die zivilgesellschaftliche Trinkwasserverwaltung insbesondere in den ländlichen Gemeinden gestärkt werden und ein Beitrag zu klimabewusstem Handeln geleistet werden.
Im Folgenden werden hier die drei Hauptkomponenten des Projektes vorgestellt, die ineinander greifen um die gesundheitsfördernden Rahmenbedingungen in San Rafael del Sur zu verbessern und den verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Wasser im Landkreis zu stärken. Hinzu kommen Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit und interne Fortbildungen des CEDRU-Teams.


1. Stärkung der autonomen Wasserkomitees (CAPS)

Aktuell sind in San Rafael del Sur 17 zivilgesellschaftliche Wasserkomitees (Comités de Agua Potable y Saneamiento - CAPS) registriert, die die Trinkwassersysteme von insgesamt 26 Gemeinden bewirtschaften. Im neuen Projekt werden sie in je 4 Workshops ihre administrativen, fachlichen und technischen Kenntnisse vertiefen. Dabei bringen die Teilnehmenden ihr bestehendes Wissen in die Schulungen mit ein um voneinander zu lernen und Erfahrungswerte auszutauschen. Die erweiterten (Fach-)Kenntnisse können anschließend zur effektiveren nachhaltigen und autarken Trinkwasserversorgung umgesetzt und weitergegeben werden.


2. Ausbau der nachhaltigen Trinkwasserversorgung

Bedauerlicherweise reicht die Weiterbildung der CAPS – insbesondere in Anbetracht des Bevölkerungswachstums – alleine jedoch nicht aus, um die Trinkwasserversorgung einzelner Gemeinden auch quantitativ signifikant zu verbessern. Besonders betroffen von der Wasserknappheit sind dabei die entlegendsten Gemeinden im Bergland am Rand de Region, darunter: Sánchez Sur, Los Velásquez und das angrenzende Los Hernández. Da ein höherer Wasserdruck benötigt wird und aufgrund starker Trockenheit fiel die Wasserversorgung in 2023 hier zeitweise für mehrere Wochen komplett aus und auch in der Regenzeit erhalten die drei Gemeinden derzeit nur einmal pro Woche Wasser. Die Unzufriedenheit hat in den Gemeinden bereits zu Spannungen zwischen Bewohner*innen und dem CAPS geführt. 
Im beantragten Projekt soll daher an die positiven Erfahrungen in Los Córdobas angeknüpft werden, und zwei – bestehende, jedoch nicht funktionelle – Brunnen jeweils mit (hybriden) Solarpumpensystemen ausgestattet werden (Details s. LOS CORDOBAS ARTIKEL). So können die Anwohner*innen mindestens dreimal pro Woche Trinkwasser erhalten und zusätzlich niedriggelegenere Wasserquellen entlastet werden.


3. Umweltbildung und zivilgesellschaftliches Engagement

Im Kontext des fortschreitenden Klimawandels verstärkt das Fehlen einer ausreichenden Vegetation im Landkreis die Bodenerosion durch Wind und starke Regenfälle, wodurch der Anbau von (Nutz-)Pflanzen erschwert wird. Zusätzlich zur Stärkung der Trinkwasserversorgung setzt das Projekt daher auch bei der Ursache der Wasserknappheit an. Hierzu wird auf Erfahrungswerte aus vergangenen Projekten zurückgegriffen, wie bspw. dem EU-geförderten Projekt PRODISA (2001-2003). Auf 25 kleinbäuerlichen Grundstücken sollen (Obst-)Bäume als Windschutzstreifen gepflanzt werden, wodurch die Böden und lokale Wasserquellen geschützt werden. 
Weiterhin wird im Projekt ein großer Schwerpunkt auf Umweltbildung gelegt und zivilgesellschaftliche Engagement und Erfahrungsaustausch auf gemeindeebene gefördert. Begleitend zur Bepflanzung erhalten die Kleinbäuer*innen Schulungen zu Maßnahmen des Boden- und Wasserschutzes. Außerdem finden insgesamt 32 Workshops zu Klimaschutzmaßnahmen und persönlihen Führungskompetenzen für Schüler*innen und engagierte Personen der Zivilgesellschaft statt. Diese Kompetenzen sollen anschließend direkt mit pädagogischer Unterstützung durch CEDRU praktisch angewandt werden: Einerseits durch sogenannte „Lernecken“ zum Thema Wasser an den Sekundarschulen und andererseits in Plena, die die CAPS zum Ende des Projekts jeweils in ihren Gemeinden organisieren. Hier sollen Strategien zur Verbesserung der lokalen Wassersituation entwickelt werden, die die Gemeinden mit eigenen Ressourcen umsetzen können. 

 

Projektname: PRAGUACS - „Förderung der nachhaltigen Trinkwasserversorgung und autonomen Wasserkomitees in den ländlichen Gemeinden von San Rafael del Sur (Nicaragua)“

Laufzeit: 01.07.2024 - 31.12.2026

Projektkosten (gesamt): 255.709,85 €

Finanzierung (durch): BMZ, Stiftung Nord-Süd Brücken, Spenden
Spendenbedarf: 54.212,00 €

 

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